VFB Mickhausen 1966 e. V.

Ihr familienfreundlicher Verein mitten in den Stauden

Vereinschronik

1.Vorsitzende des VfB Mickhausen

11.11.1966   Ogir Sigmund sen.

11.12.1970   Schwaninger Hubert

18.6.1971     Ogir Sigmund sen.

9.6.1972       Ramminger Adolf

1975             Eggersdorfer Hans

19.4.1977     Weiß Johann

20.6.1980     Weber Fritz

5.4.1988       Vogel Kurt

21.4.2012     Domberger Karl

9.4.2016       Tödt Christoph        


Die Geschichte des VfB Mickhausen

Der „alte“ VfB

Schon vor der Geburtsstunde des VfB Mickhausen im Jahr 1966 war in der Spielzeit 1950/51 der heute landläufig so genannte „alte VfB Mickhausen“ entstanden. Eine Saison später nahm dann die allererste Mickhauser Herrenmannschaft am Spielbetrieb teil.

Von 1953 bis 1963 existierte auch eine erste A-Jugendmannschaft des VfB Mickhausen. In dieser Zeit trafen sich die Spieler regelmäßig in der Gaststätte Blessing. Hier besprach man zusammen die Aufstellung für die Spiele und – natürlich! – man feierte gemeinsam.

Helmut Prinzing sen., der Eigner der örtlichen Schlossbrauerei Mickhausen, trat in dieser Zeit als tatkräftiger Förderer des örtlichen Fußballs auf. Junge Burschen, die in seiner Brauerei Arbeit fanden, wurden von ihm nicht selten für die Fußballmannschaft des Ortes angeheuert und wenn nötig auch mit Schuhen ausgestattet.

Die Mickhauser Fußballer spielten zunächst auf einer Wiese hinterhalb des Anwesens der Familie Marxer, bis mit dem Sportplatz an der Schmutter die heutige Spielstätte des VfB gefunden wurde.

 

1953: Die 1.Herrenmannschaft des VfB Mickhausen beim Pfingstturnier in Hiltenfingen

Auf dem Foto zu sehen sind hinten, v.l.n.r.: Kooss Josef, Prinzing Helmut sen. (1.Vorsitzender), Miller Hans, Wagner Erich, Schmid Hermann, Müller Erich, Haude Heinz, Hohler Sepp, Kraille Hans, Kooss Hans (Abteilungsleiter). Vorne, v.l.n.r.: Klimm Erwin, Domberger Karl, Schmidberger Otmar.

Legendär in Erinnerung bleibt aus jener Zeit ein 2:0 Sieg gegen den TSV Schwabmünchen in der Saison 1953/54. Die Kreisstädter hatten nicht mit dem Können des Staudenteams gerechnet.

1958 setzte sich die Vorstandschaft des „alten“ VfB folgendermaßen zusammen: Helmut Prinzing sen. (1.Vorstand), Hans Kooss (Abteilungsleiter), Josef Schimpfle (Kassierer), Kurt Vogel sen. (Jugendtrainer), Albert Schimpfle (Schriftführer).

In der Saison 1957/58 kam es aber zu einem vorläufigen Erliegen des Mickhauser Fußballsports: Obwohl man Herbstmeister der C-Klasse war, löste sich die bestehende Herrenmannschaft auf, weil inzwischen viele Spieler über eigene Motorräder verfügten und in ihrer Freizeit lieber motorisierte Ausflüge unternahmen.

Die Gründung des Vereins 1966 und die jungen Jahre des VfB

Zur Wiedergründung des Vereins kam es schließlich 1966: Befeuert durch das Anliegen einiger heranwachsender Mickhauser Spieler sowie früherer Unterstützer des VfB, dem eingeschlafenen Verein wieder auf die Sprünge zu helfen, trafen sich am 11.11.1966 unter der Federführung von Sigmund Ogir sen. im Gasthaus Blessing in Mickhausen zahlreiche am Sport interessierte Bürger. Sie hatten das Ziel, den Mickhauser Fußball wieder vereinsmäßig zu organisieren. So wurde an diesem Abend der VfB Mickhausen mit 72 Mitgliedern gegründet und die neue Vorstandschaft gewählt: Sigmund Ogir sen. (1.Vorstand), Herbert Matiaske (2.Vorstand), Johann Weiß (Kassier), Albert Schimpfle (Schriftführer).

 

Die Gründungsurkunde des VfB Mickhausen von 1966.

Ein Blick in das Gründungsprotokoll erhellt, warum diese Geburtsstunde – in der Tradition des alten VfB der 1950er Jahre - auch eine „Wiedergründung“ war: Die Versammlung beschloss, beim Bayerischen Landessportverband mögliche Beitragsrückstände des eingeschlafenen Vereins zu begleichen und daraufhin eine Neueintragung zu erwirken sowie die Kasse des alten VfB zu übernehmen. So erfolgte die Eintragung des Vereins beim BLSV im Folgejahr 1967.

Da die Gaststätte Blessing die erste Heimat der Mickhauser Fußballer, liefen die Sportler von dort zur nahen Spielstätte hinüber, wo sich heute noch das Sportgelände des VfB befindet. Dabei handelte es sich um eine von Hermann Schmid gepachtete Wiese, die wegen der nahen Schmutter oft als erste von Hochwassern erfasst wurde und den Fußballern deutlich ihre Unebenheiten spüren ließ. Sie besaß aber auch ein gesundes, kräftiges Gras.

Erste Investitionen in den Sportplatz (Drainagerohre, neue Tore) wurden getan, und so konnte 1967 mit feierlicher Einweihung und Blasmusik der Sportplatz wieder in Betrieb genommen werden.

 

Die Jugend des VfB in den 1960er Jahren.

Für den Kauf der ersten Trikotsätze wurden im Dorf 650 DM gesammelt, und der VfB nahm ab 1967 wieder mit einer Herren- und einer A-Jugendmannschaft am regulären Spielbetrieb teil. In der jungen Truppe des VfB halfen am Anfang auch einige erfahrene Größen, die schon beim alten VfB das Trikot übergestreift hatten, die Mannschaft auf Kurs zu bringen. Dank der nachkommenden Jugend - darunter einige Fußballtalente aus der Nachbargemeinde Konradshofen - gewann dann die 1. Mannschaft bald neue Kräfte.

Es dauerte eine längere Zeit, bis der erste Sieg der VfB-Herren errungen wurde, die Freude fiel dann aber umso größer aus: In der zweiten Spielzeit 1968/69 wurde der SV Hurlach mit 1:0 besiegt. Hurlach konnte nicht aufsteigen, und für die VfB-Fußballer flossen 116 Liter Freibier beim Blessing.

Die VfB-Herren Anfang der 1970er Jahre. Hinten links Abteilungsleiter Sigmund Ogir sen., hinten rechts Bürgermeister Alfred Böhm.

Ein Verein wächst heran

Im Lauf der Jahre einwickelte sich rund um den Fußball eine lebendige Gemeinschaft, es entstanden Freundschaften und Ideen. Und der zwölfte Mann, die Zuschauer des VfB, waren sowieso ein wesentlicher Bestandteil des sonntäglichen Geschehens am Sportplatz oder bei Auswärtsspielen. 1970 erfolgte schließlich der Bau des ersten VfB-Sportheims direkt neben dem Sportplatz in Mickhausen.

Der VfB bezog im Jahr 1970 sein erstes eigenes Sportheim am Sportplatzgelände in Mickhausen.

Im Lauf der Jahre beteiligte sich der VfB auch an überörtlichen Sportveranstaltungen: 1972 beteiligte sich der VfB mit vier Läufern am Fackellauf zu den Olympischen Spielen nach München. 1983, 1995 und 1998 beteiligt sich der VfB an der Streckenbetreuung des Landkreislaufs, der jeweils durch Mickhausen führte.

1982 heißt es Kamera ab für den Mickhauser Sport: eine Delegation von rund 30 Mickhausern ist zu Besuch bei Blickpunkt Sport in München. Im Gegenzug ist das BR-Kamerateam zu Gast bei der Gemeinde Mickhausen und dem VfB.

Eine Gemeinde präsentiert sich sportlich: Mickhausen zu Besuch bei Blickpunkt Sport im BR 1982.

Am 20.5.1973 wurde nach einer Initiative von Rosemarie Müller von nicht weniger als 22 Frauen die bis heute bestehende Gymnastikgruppe ins Leben gerufen und wenig später dem örtlichen Sportverein VfB als neue Gymnastikabteilung angegliedert. Damit bot sich für die Menschen im Ort eine neue Möglichkeit, gemeinsam Sport zu treiben und für geselliges Beisammensein.

Mit Gertrud Bayer (bis 1974), Betty Demmel (bis 2000) und Sieglinde Dworsky (bis 2015) waren stets Abteilungsleiterinnen für die Mickhauser Gymnastik engagiert, denen viel am Wohl der Frauengruppe lag. In den 1980er Jahren wurden dann Sieglinde Kormann und Bruno Hörwick als Übungsleiter für die Gymnastikabteilung aktiv. 

1994 stand mit dem Umzug in den neuen Übungsraum im heutigen Sportheim ein Meilenstein für die Gymnastikabteilung an, nachdem als Übungsstätte zuvor die Alte und dann die Neue Schule in Mickhausen gedient hatten.

Die Gymnastikdamen des VfB Mickhausen in den 1970er Jahren.

Heute existieren neben der Gymnastikgruppe auch eine Frauen- sowie eine Herrenfreizeitsportgruppe, die regelmäßig gemeinschaftliche Sportangebote in Mickhausen anbieten.

Die Gründung der Frauenfußballmannschaft

1976 war ein weiteres wichtiges Datum für den Mickhauser Sport: die Damenmannschaft des VfB wurde gegründet. Um diese Mannschaft aus der Taufe zu heben, leistete damals Kurt Vogel maßgebliche Mithilfe. Er wurde auch zum ersten Trainer der VfB-Fußballerinnen.

Diese Damenmannschaft errang 1985 mit Trainer Kurt Vogel (ganz hinten) den ersten Meistertitel für den VfB.

Aus der katholischen Landjugend heraus war zu dieser Zeit der Wunsch entstanden, eigene Fußballspiele für eine Frauenmannschaft zu organisieren, und so wurde eine erste rein weibliche Mannschaft aufgestellt. Es kam zu ersten Freundschaftsspielen gegen Frauenteams der umliegenden Orte Walkertshofen und Siegertshofen. Damals war es noch nicht selbstverständlich, dass die Kickerinnen echte Fußballschuhe besaßen, daher musste bei mancher Sportlerin zunächst der Turnschuh Ersatz leisten. Unvorstellbar heute, dass in den Satzungen des DFB bis 1970 der Frauenfußball nicht erlaubt war.

Die VfB-Damen anfangs der 1990er Jahre. Diese Mannschaft errang 1994 die Meisterschaft in der Gruppe Allgäu.

Das Frauenteam des VfB entwickelte sich sehr erfolgreich. Es war bald eine der im weiteren Umkreis erfolgreichsten Frauenfußballmannschaften im Punktspielbetrieb und wurde über Jahre zu einem überregionalen Aushängeschild des Vereins. Waren zunächst kaum Zuschauer bei den Spielen der Frauenmannschaften dabei, veränderte sich dies zunehmend mit dem Erfolg des Teams. 1985 errangen die Mickhauser Damen die erste Meisterschaft in der Gruppe „Mitte Süd“.

1988 wurde zur weiblichen Nachwuchsförderung eine erste Mädchenjugend mit 13 Spielerinnen gegründet, aus der später wichtige Talente hervorgehen sollten.  Die Mädchenmannschaft des VfB entwickelte sich in den 90er Jahren positiv (Meistertitel in den Jahren 1990, 1993) - in vielen Dorfvereinen waren fußballbegeisterte Mädchen bis zur B-Jugend dagegen noch einfach in die Bubenmannschaften integriert.

Die VfB-Frauen feierten im Juni 1994 die Meisterschaft in der Allgäu-Gruppe. Eine Hochzeit der VfB-Damen war schließlich Ende der 90er Jahre erreicht: Dreimal hintereinander konnte der Titel des Südschwäbischen Hallenmeisters 1998, 1999 und 2000 nach Mickhausen geholt werden. Mit ihrer technischen Stärke überzeugten die VfB-Damen und sorgten so für Stimmung in den gutgefüllten Hallen.

Mit dieser Mannschaft bestritten die VfB-Damen ihre letzte Saison 2011. Hinten links Trainer Richard Vollmann , hinten rechts 1.Vorstand Kurt Vogel.

Nach der Meisterschaft der VfB-Damen 2003 in der Kreisliga Süd stand dann der Aufstieg in die neue Bezirksoberliga fest. Die zweite Hälfte der 2000er Jahre brachte den VfB-Damen Rückschläge (2004 und 2006: jeweils Abstieg in die Bezirksliga), aber auch Erfolge (2004: Kreispokalsieger, 2005: Erneuter Aufstieg in die Bezirksoberliga, 2010: 1.Platz Südschwäbisches Hallenturnier in Mindelheim). Von 2007-2010 landeten die Frauen dann stets in der oberen Tabellenhälfte der Bezirksliga.

Das Aus für die Damen kam dann aber zum Leid der VfB-Verantwortlichen im Jahr 2011: Nach dem Abstieg aus der Bezirksliga wurde die Mannschaft vom Punktspielbetrieb abgemeldet, nachdem kein schlüssiges Konzept für die Trainernachfolge und den zunehmenden Spielerinnenmangel gefunden. Insgesamt konnten die VfB-Damen seit ihrem Bestehen vier Meistertitel und den Aufstieg bis in die Bezirksoberliga erringen.

Eine neue Heimat für den Sportverein

Zum 4.4. 1986 wurde der VfB als eingetragener Verein (e.V.) ins Vereinsregister beim Amtsgericht Augsburg/Zweigstelle Schwabmünchen eingetragen.

Im Lauf der Jahre stellte sich die Frage nach einer größeren, moderneren Heimstätte für die Mickhauser Sportler immer dringlicher. Die langjährige Heimat des VfB hatte sich überholt - ein Neubau war dringend erforderlich. Nach den Vorstandswahlen von 1988 machten sich die VfB-Verantwortlichen an die Planung für einen Sportheimneubau. Bürgermeister Müller sicherte den Sportlern die Unterstützung der Gemeinde zu. 1990 startete dann der Sportheimbau in Eigenleistung der Vereinsmitglieder. Nachdem das alte Sportheim abgetragen worden war, fand die Eröffnung des neuen Mickhauser Sportheims vom 2. bis 4. Juni 1993 mit Festzug und Gottesdienst, Bierzelt und Pokalturnier statt. Am Ende der Arbeit standen in den Protokollbüchern rund 10.000 freiwillig geleistete Arbeitsstunden zahlreicher Mitglieder des Vereins und vieler Helfer im Dorf.

Im Jahr 1993 wurde das neue Sportheim am Sportplatz in Mickhausen in Eigenleistung errichtet. Im Hintergrund befindet sich noch das alte Sportheim.

Im Lauf der Jahre entwickelt sich das neue Sportheim zum Dreh- und Angelpunkt der sportlichen Aktivitäten des VfB, aber auch zu einem Ort der Gemeinschaft bei vielerlei Feierlichkeiten.

Zuletzt 2018 findet eine umfassende Sanierung und Modernisierung des Haupt- und Nebenfeldes mit Einbau moderner Bewässerungsanlagen, neuer Drainageleitungen, Erneuerung der Ballfangnetze und Erweiterung der Flutlichtanlage des Trainingsplatzes statt.

Jeder Verein ist nur so lebendig, wie es Menschen gibt, die sich füreinander engagieren. So leisten im Verlauf der Jahre viele Ehrenamtliche als Vereinsverantwortliche, Kassierer, beim Aufräumen und Saubermachen, der Sorge um das Sportheim und als Trainer für die Jugendmannschaften des VfB, u.v.m. wertvolle Arbeit.

2011 nimmt der VfB am Commerzbank-Pott zur Fußballnachwuchsförderung teil und empfängt den ehemaligen deutschen Fußball-Nationalspieler Jimmy Hartwig im Rahmen eines großen VfB-Jugendturniers. Jimmy Hartwig leitet dabei ein Training der jungen Fußballer und bestärkt die vielen Ehrenamtlichen im Verein in ihrem vielfältigen Engagement für den Sport vor Ort.

Ein Neustart für die Herren 2004

Nachdem 1995 die 1. Herrenmannschaft des VfB vom Spielbetrieb abgemeldet werden musste, brachten die 2000er Jahre wieder die positive Wende für den Mickhauser Männerfußball. 2000 wurden umfassende Renovierungsmaßnahmen des Sportplatzes mit Drainagen und neuen Flutlichtmasten durchgeführt. Nachdem ein großer Teil der Mickhauser A-Jugend für die Erwachsenenmannschaft spielberechtigt geworden war, konnte der VfB 2004 eine neue 1. Herrenmannschaft und eine Reservemannschaft im Punktspielbetrieb nach zehn Jahren Pause starten.

Mit einer 1.Mannschaft und einer Reserve starteten die Mickhauser Herren zur Saison 2004/2005 wieder in den Punktspielbetrieb. Links Mitte Trainer Hubert Schnürle, 

links hinten 1.Abteilungsleiter Fußball Sigmund Ogir, ganz rechts hinten 1. Vorstand Kurt Vogel.

In den darauffolgenden Jahren spielten die Herren des VfB zunächst erfolgreich in der A-Klasse und konnte nach der Einführung der B-Klasse 2012 unter Trainer Thomas König den Aufstieg in die A-Klasse feiern.

Der Herrenkader des VfB 2016 mit 1.Abteilungsleiter Fußball Stephan Demmel (vorne rechts).

Am 9.4.2016 treffen sich die Mitglieder des Vereins zur 50. Generalversammlung. Im Sommer 2016 findet ein großes Jubiläumsturnier statt. Zahlreiche Gäste des VfB, darunter viele ehemalige Spielerinnen und Spieler des VfB, feiern gemeinsam das 50-jährige Bestehen des VfB.




E-Mail
Karte